Menschen aus Franken u.Bayern im 14. J.

" arm - und - reich "


 

 

                                            (Bettler)Leben im Mittelalter

 

Es hat zu jeder Zeit Menschen gegeben, die nicht so lebten wie der Rest der Bevölkerung. Zu diesen Außenseitern  gehörten und gehören die Bettler. Ihre Stellung war je nachdem in welcher Zeit sie lebten und in welcher Kultur  unterschiedlich. Im Mittelalter gehörte es zu den Pflichten eines "Christenmenschen" Almosen zu geben. In islamischen Ländern gibt es diese Pflicht  für die Gläubigen heute noch. Auch Klöster kümmerten sich in gewisser Weise um die Ärmsten der Armen indem sie Suppenküchen einrichteten, sich um Kranke kümmerten oder Waisenkinder aufnahmen. Oft aber durften Bettler die Klöster nicht betreten. Sie wurden durch die Almosenluke versorgt. Adelige und Reiche erhofften sich durch gute Taten einen besseren und schnelleren Eintritt ins Paradies. So verrichteten Bettler nach einer Almosengabe oft bestimmte Gebete für den Geber. Um die Kirchen herum fanden sich Bettler zu jeder Zeit. Konnte man die Gläubigen doch so am besten an ihre Pflichten mahnen. Natürlich gab es auch in dieser Gesellschaftsgruppe so manchen gewieften der durch künstliche Gebrechen die Geldbörse der Geber noch weiter öffnen wollte. Auch schwangere Frauen und Kinder verrichteten ihren "Dienst". Insofern hat sich nicht sehr viel geändert, wenn man an die vielen Bettelgruppen in den großen Städten denkt, die morgens zum Betteln gefahren werden und Abends wieder abgeholt. Auch die mittelalterlichen Bettler waren oft organisiert und hatten ihre eigenen Gesetze und Gruppenregeln.

In der mittelalterlichen Gesellschaft gab es viele "Arme". Dazu gehörten alle Besitzlosen, Tagelöhner, Knechte, Mägde, Witwen, Waisen, aus der Bahn gefallene, Prostituierte, abgeurteilte Straftäter etc etc. Es konnte jeden treffen. Immer und zu jeder Zeit. Die sozialen Strukturen waren völlig anders als heute. Natürlich gab es die gesellschaftlichen Verpflichtungen sich um verarmte, obdach- und arbeitslose Familienmitglieder zu kümmern. Aber wie dies zu geschehen hatte war oft nur vage geregelt. Fügte sich der zu Versorgende nicht den Regeln des Haushalts in dem er leben mußte, wurde er eben vor die Tür gesetzt. Oder ging freiwillig. Gab es niemanden der sich kümmerte blieb nur die Straße.

Wer durch Bestrafung nach einem Gesetzesübertritt Haus und Hof verlor, nicht mehr seiner Arbeit nachgehen konnte oder aus der Stadt verwiesen wurde hatte ebenfalls oft keine andere Wahl als bettelnd durch das Land zu ziehen. Hiervon waren oft ganze Familien betroffen, denn wenn z.B. das Haus konfisziert wurde, waren auch Frau und Kinder des Übeltäters betroffen.

 In den Städten waren Bettler meist nur geduldet. Da sie keine Möglichkeiten hatten Wohnraum zu mieten oder Arbeit zu bekommen lebten sie meist vor der Stadt. Die Wälder waren beliebte Rückzugspunkte für alle diejenigen die außerhalb der Gesellschaft ihr Leben fristen mußten. Dort lebten viele in dorfähnlichen Gemeinschaften mit eigener Hierachie. Krankheit und Hunger waren tägliche Begleiter. Als Bettler wurde man selten alt.

Sogenannte Bettlergilden sorgten dafür dass die die sich in das Regelwerk der Anführer fügten Schutz, Unterkunft und Nahrung erhielten. Absprachen mit der Obrigkeit waren üblich. Man durfte an bestimmten Tagen an bestimmten Orten betteln. Natürlich kann man davon ausgehen, dass Stehlen ebenso üblich war.

Söldner die aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mehr angeworben wurden bildeten ebenfalls einen Teil der Bettelgesellschaft. Es gab keine Rentenversicherung und kein Sozialamt. Wer nicht vorsorgte in guten Zeiten, keine  Familie hatte oder nie die Möglichkeit für schlechte Zeiten etwas beiseite zu legen war früher oder später in der Situation durch Betteln seinen Lebensunterhalt  bestreiten zu müssen.