Menschen aus Franken u.Bayern um 1330

" arm - und - reich "


Was eine mittelalterliche Bürgerin und eine adelige Damen"damals" trugen:

 

Gesine kommt gerade heim.                                                        Jadis Elisabeth kommt ebenfalls heim.

Sie trägt einen wollenen Umhang mit gefütterter                Auch sie trägt einen Wollumhang.

Kapuze .                                                                                              Jadis Umhang hat einen Pelz und Borte.

                                                                                         

Darunter trägt Gesine ein zweifarbiges Obergewand.           Jadis trägt ebenfalls ein Obergewand.

Eine Borte verschönert. Dazu ein Gürtel an dem                    Auch hier ist schöne Borte zu sehen.

Almosenbeutel, Messer und ein Schlüsselbund                       Jadis trägt keinen Gürtel über dem Ober

hängen. Darunter ist ein wollenes Untergewand.                   gewand, da sie selten etwas selbst trans-

Für mehr Bewegungsfreiheit hat dieses Gewand                    portiert. Sie hat dafür Mägde.

unter den Armen Keile.                                                                    Das Untergewand von Jadis ist aus fein-

                                                                                                                 ster Wolle oder Seide - gern mit Borte.

 

 

 

                                                         

 

Beide Frauen tragen Kopfbedeckungen wie es für verheiratete bzw. ältere Frauen üblich war. Gesines Tuch ist aus Leinen und hier in einfacher Wicklung um den Kopf drapiert.

Jadis trägt eine Schapel unter der ein Tuch aus feinstem Leinen weit über Schulter und Rücken liegt. Üblich wäreauch ein Gebende gewesen - ein Leinen- oder Wolltuch das unter dem Kinn über den Kopf drapiertwurde. Das sah sehr züchtig aus und erschwerte Lachen, Essen und Trinken.....

                                                                                                                                

 

Gesines Tag neigt sich dem Ende zu und sie                     Auch Jadis hat sich  des Obergewands entle-

wird sich demnächst zur Ruhe begeben.                          digt. Nun ist auch der schön bestickte Gürtel

Sie hat das Obergewand schon einmal abgelegt.           zu sehen an dem der   Almosenbeutel              Gesines Gewand reicht maximal bis zum                         befestigt ist. Jadis Gewand liegt auf der Erde

Knöchel um bei der Arbeit nicht zu behindern.             auf. Sie muß nicht arbeiten und kann sich

                                                                                                        dies daher leisten.

            

                                                                                                

                                                        

 

Gesine und Jadis tragen Lederschuhe. Bei schlechtem Wetter werden darunter "Trippen" befestigt. Eine Art hölzerne Erhöhung damit der Schuh nicht durch Schmutz und Feuchtigkeit beschädigt wird. Im Haus reichen die weichen Ledersohlen des  Schuhs hingegen völlig aus. Gesine wird sicher auch Holzschuhe im Alltag getragen haben um die guten, teueren Lederschuhe zu schonen.

 

Nun entledigen sich Gesine und Jadies des Untergewandes. Jadis trägt noch feine Strümpfe aus Seide, die von Gesine sind - wenn sie denn welche trägt - aus Wolle oder Leinen. Strümpfe gehen in der Regel bis über das Knie und werden dort mit einem verzierten Band oder schmalen Gürteln gehalten.    

Beide Frauen stehen nun im Hemd vor uns. Das von Gesine ist kürzer und aus Leinen, das von Jadis könnte aus feinstem Leinen oder Seide sein. Ob mit oder ohne Ärmel, kurz (bis zum Knie auf jeden Fall!) oder lang, mit hochgeschlossenem Teil oder eher luftig - das war alles Geschmacks- und Geldsache.                    

 

In diesen Bekleidungsteilen wurde manchmal auch geschlafen. Es gab noch keine "Nachthemden".... Der mittelalterliche Mensch schlief jedoch in der Regel "blank" was auch häufig auf zeitgemäßen Bildern zu sehen ist. Das Kopftuch bzw. den Schleier werden Gesine und Jadis abnehmen und dafür eine Bundhaube aufsetzen.  Jadis trägt sie bereits. Wenn Gesine im Haus und Garten arbeitet trägt sie ebenfalls oft eine Bundhaube - das ist bequemer als ein Kopftuch das oft kunstvoll geknotet wurde und häufig durch einen angesteckten Schleier oder eine Schapel aufgewertet wurde wenn man das Haus verließ oder Besuch erwartete.  Jadis hat selbstverständlich noch weitere schöne Kopfbedeckungen wie u.a. eine mit Perlen verzierte "Pillbox", einen ebenfalls mit Perlen bestickten Haarbeutel und - wenn sie besonders fromm und sittsam erscheinen will - das oben erwähnte Gebende. Auch ein Wimpel ist eine Kopfbedeckung für den Alltag beider Frauen.

 

                                        

 

Tja - weiter gehts nicht.  Wir wollen doch die Damen nicht in Verlegenheit bringen. Weitere Unterwäsche wie es sie heute gibt mit  BH und Slip gab es für Frauen nicht - obwohl sich hier die denkenden Geister scheiden. Nur weil man keine "Weiberbruchen" gefunden hat könnte es doch welche gegeben haben. Das wäre auch in Anbetracht der kalten und nassen Winter im europäischen Mittelalter durchaus sinnvoll gewesen. Kirchliche Erlasse die das Tragen von Bruchen für Frauen  verboten, müssen auch eine Grundlage gehabt haben: nur was es schon gegeben hat kann man verbieten........Ebenso werden Frauen auch Ideen gehabt haben die Oberweite zu "verpacken".  Was für stillende Frauen und große Oberweiten (gerade bei der Arbeit) sicher von Vorteil gewesen wäre. Aber wie bereits erwähnt ist da nichts genaueres bekannt oder belegt. Überlassen wir es dem denkenden Menschen zu entscheiden wie es wirklich war.....