Menschen aus Franken u.Bayern im 14. J.

" arm - und - reich "


Was ein Adeliger "damals" trug:

 

Wenn Falkmar Gabriel morgens sein Bett verließ trug er bereits sein Untergewand. In diesem hat er meistens geschlafen - Nachthemden oder gar Schlafanzüge gab es damals noch nicht. Wir ziehen ihm dieses jedoch kurz aus und beginnen mit der mittelalterlichen Unterhose - der Bruche:

 

 

Die Bruche war in der Regel aus Leinen - seltener aus Wolle - und war sehr großzügig geschnitten. Sie wurde durch ein Band oder den "Bruchengürtel" auf Figur gebracht.  Die Beine sind sehr weit und reichen in der Regel bis zum Knie. Dieses Modell ist eher "körpernah".

An der Bruche wurden die Beinlinge befestigt mit "Nestelbändern". Die Beinlinge hatten einen Fuß und waren aus Wolle, gelegentlich auch gefüttert (im Winter). Dazu trägt der mittelalterliche Landgraf bequeme Lederschuhe:

 

 

so - und nun wollen wir dem Landgrafen endlich sein Untergewand wiedergeben, welches in der Regel aus feinem Leinen ist.  Die Bundhaube die Falkmar jetzt ebenfalls angezogen hat - auch sie aus feinem Leinen - wurde von allen Schichten getragen. Auch von Frauen.  Sie hat auch den wenig netten Namen "Läusekappe".....Niemand außer Kindern - und selbst die waren meist "oben mit" - ging im Mittelalter ohne Kopfbedeckung.

 

 

Nun wirft sich Falkmar sein Obergewand über. Es ist aus farbenfrohem (Woll)Stoff und hat häufig Verzierungen wie Borten oder Stickereien. Da der Landgraf nicht körperlich arbeiten muß ist sein Gewand sehr lang. Dies entsprach auch der Mode des 14. Jahrhunderts. Später wurden die Gewänder kürzer.

 

 

 

Über dieses Gewand kam noch ein weiteres. Dieses 2. Obergewand wärmte zum einen zusätzlich und zum anderen war es ein Repräsantationsgewand. Hier konnte gezeigt werden wer man war durch Stickereien, Schmuckwerk oder teure Knöpfe. Um mehr Beinfreiheit zu garantieren - der Landgraf ritt ja auch gelegentlich - war dieses Obergewand vorne und hinten geschlitzt. Das ganze wurde mit einem Ledergürtel zusammengehalten an dem verschiedene Dinge befestigt waren. Auf jeden Fall gehörte der kunstvoll verzierte Almosenbeutel sowie der Rosenkranz bzw. Paternoster daran. Es konnte  jedoch auch ein Messer, ein Geldbeutel etc daran befestigt werden:. Je länger der Gürtel um so höher war der Träger im Rang.

 

Wenn der Landgraf Bittstellern zuhört und/oder Audienz gewährt, Botschafter empfängt oder Entscheidungen im Kreis seines Hofstaates trifft hat er noch eine besondere Kopfbedeckung: eine prächtige goldene Schapel: (rechts)

 

         

 

Eigentlich ist Falkmar Gabriel jetzt fertig mit Anziehen. Aber er könnte ja auch seine Burg verlassen. Und dafür benötigt er einen Umhang. Dieser ist aus feiner Wolle und gefüttert. Verziert ist der Umhang mit einem dicken breiten Biberfellrand. Die Umhang ist rundherum mit teurer Borte verziert und wird mit Silberknöpfen verschlossen. Auf dem Kopf trägt der Landgraf eine Wollkappe mit einem breiten Fellrand und einer umlaufenden Zierborte: